Die Zeugen Jehovas (sie nennen sich auch "Bibelforscher") sind eine 1880 gegründete, strenggläubige und sehr bibelnahe christliche Glaubensgemeinschaft, welche beispielsweise aus Gewissensgründen den Wehrdienst verweigert. Nachstehend ein Augenzeugenbericht über ihre Verhaltensweisen von einem, der es wissen musste: Rudolf Höss, Lagerleiter verschiedener Nazi-Konzentrationslager, mit dem Höhepunkt des Vernichtungslagers Auschwitz:
Nun waren in Sachsenhausen zahlreiche Zeugen Jehovas. Eine grosse Anzahl davon verweigerte den Wehrdienst und wurde daher zum Tode verurteilt. .... Sie gingen in einer eigenartig verklärten Stimmung in den Tod, in dem felsenfesten Bewusstsein, nun in das Reich Jehovas eingehen zu dürfen. .... Diese zwei besonders fanatischen Bibelforscher verweigerten alles, was nur irgendwie mit militärischen Dingen zu tun hatte. .... Sie sagten, diese Ehrbezeugung gebühre dem grossen Jehova. .... Sie liessen die Prügelstrafe dafür mit Inbrunst über sich ergehen. Sie baten den Kommandanten gar um weitere Strafen, um für Jehova zeugen zu können. .... wurden sie durch den RFSS ebenfalls zum Tode verurteilt. Als ihnen dies eröffnet wurde, gerieten sie ausser Rand und Band vor Freude, sie konnten es gar nicht abwarten: "Bald sind wir bei Jehova!" .... Bei der Exekution wollten sie auf keinen Fall gefesselt sein, um ja die Hände zu Jehova und zum Gebet erheben zu können. ....
Quelle[]
M. Broszat (Hrsg.): Kommandant in Auschwitz, dtv-Dokumente