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Kreationismus ist eine gegen den biologistisch orientierten Denkansatz des Darwinismus gerichtete religiöse Strömung, die bestreitet, dass die Entstehung des Lebens einzig nach dem biologischen Zufallsprinzip abläuft. Argumentiert wird, dass etwa die erstaunliche Orientierung der Vögel beim Vogelzug [1] oder gar das zielgerichtete Vorgehen derart kleiner Kreaturen wie die Ameisen beim Bau ihres riesigen Staates nicht nur Instinkten entspringen kann. Es müsse hier vielmehr die lenkende Hand Gottes ebenfalls eine Rolle spielen.

Die biologische Evolutionstheorie Darwins geht etwa davon aus, dass das tierische Landleben sich innerhalb sehr grosser Zeiträume aus dem Leben im Wasser entwickelt habe. Gemäss dem Prinzip von Versuch und Irrtum: Die Fische etwa hätten innerhalb dieser sehr langen Zeiträume immer wieder versucht, auch aufs Land auszuweichen, womit aus ihren Kiemen zur Wasseratmung auf Dauer Lungen zwecks Luftatmung entstanden seien. Die Kreationist*innen argumentieren nun, das sei weitgehend eine Theorie und nicht in genügendem Ausmass mit Fakten belegt.

Das brutal wirkende 'Fressen und gefressen werden' in der Welt der Tiere wird vom Kreationismus dadurch erklärt, dass eben Gott nur für den Menschen eine besondere Stellung im Kosmos vorsehe. Kriege und Holocaust wiederum seien Auswüchse des Teuflischen im Menschen, der - selbstverantwortlich - Gottes Angebot nicht annehme. Die Verantwortlichen dafür würden vor dem Jüngsten Gericht zur Rechenschaft gezogen.

Eine der jüngsten Erkenntnisse der Evolutionstheorie bezieht sich auf die massive Wilderei von Elefanten, mit dem Ziel des Elfenbein-Handels von deren Zähnen. Diese Jahrhunderte alte Wilderei hat nun die erstaunliche Folge, dass vielen Jungelefanten gar keine Stosszähne mehr wachsen. Was die Evolutionstheorie damit erklärt, dass sie sich genetisch angepasst haben an diese stammesgeschichtlich betrachtet extrem kurze Phase der Wilderei. Dass die Gene gewissermassen intelligent reagieren und 'sich sagen', da die Zähne immer abhanden kommen, liefern wir keine mehr nach, scheint aber doch eher für den Kreationismus als für den, auf den Zufall sehr langer Zeitperioden fokussierenden, Evolutionismus zu sprechen. Auch der Vergleich mit den Mutationen z.B. des Corona-Virus hin zu höherer Ansteckungs-Effizienz kann nicht überzeugen: Elefant versus elektronen-mikroskopisch kleines Virus. Und wie kann sich überhaupt die Information eines von Wilderern getöteten Elefanten ohne Stosszähne auf die Gene eines Embryos im Bauch eines ganz anderen noch lebenden Elefanten übertragen?

Aber auch anderweitige Erklärungen der Biologie können zumindest angezweifelt werden. So wird etwa die Tatsache, dass Tiefsee-Fische unter Wasserdrücken von mehreren Kilometern Höhenunterschied leben können, damit erklärt, dass ihr Körper einen sehr hohen Innendruck aufweise; offenbar wurde festgestellt, dass solche Fische, an die Meeresoberfläche versetzt, unter ihrem Innendruck regelrecht aufplatzen. Und dennoch: Für Wassersäulen von mehreren Kilometern würde es doch schier undenkbar hohe Gegendrücke brauchen, um nicht zerquetscht zu werden! Laut Hacker/Mehler: Physik-Aufgaben, beträgt der Druck in 3100 Metern Meerestiefe enorme 320 mal mehr als bei uns hier oben...


Anmerkungen[]

  1. Einige Arten besuchen z.B. einen bestimmten Rastplatz jeweils von Jahr zu Jahr beinahe auf den Tag genau am gleichen Datum! (aus einer Broschüre des Schweizer Vogelschutzes Bird Life)
  1. Ein weiteres Beispiel unexakter Naturwissenschaft (s. auch den Kommentar unten)
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