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Unter dem Begriff Katholizismus werden verschiedene Konfessionen des Christentums zusammengefasst. An erster Stelle die grösste davon, die römisch-katholische Kirche, eine weitere bekannte ist auch die nach dem Kulturkampf des 19. Jahrhunderts aus ihr hervorgegangene altkatholische Kirche.

Zur Zeit der nach dem Tode Jesu entstandenen Urgemeinde und der Missionstätigkeit der unmittelbar nachfolgenden Jahrhunderte sprach man nur von katholischer Kirche, im Sinne des Begriffes katholisch = allumfassend. Zwischen dem 3. und 5. Jahrhundert stellten allerdings die Bischöfe von Rom zusehends einen Vorrang-Anspruch über die gesamte entstandene Kirche, die damals auch noch die orthodoxe Ostkirche umfasste. Sie begründeten ihren Vorrang mit der Matthäus-Bibelstelle, wo Jesus zu Simon Petrus die Worte spricht "Auf diesem Felsen sollst du bauen meine Kirche"; sowie mit dem historisch nicht völlig gesicherten Umstand, dass Petrus eine Weile lang Bischof von Rom war, zusammen mit der Tatsache, dass er dort - offenbar am "Mons Vaticanus" - auch den Märtyrertod starb. Im 5. Jahrhundert unterstrich ein Konzil diesen römischen Nachfolge-Anspruch Petri, womit der Papst-Titel entstanden war. Zumindest die Westkirche nannte sich damit künftighin römisch-katholische Kirche.

Mit dem grossen Schisma im 11. Jahrhundert spaltete sich die grosse Orthodoxe Ostkirche vom katholischen Rom ab und entwickelte sich selbständig weiter.

Nicht alle Päpste waren tief fromme Männer, die ihr Leben im Demut Gott und der Kirche hingaben. Vor allem während der Renaissance-Phase betrieben die Päpste eine üppige Hofhaltung und finanzierten sich durch Ablassgelder, die sie den einfachen Leuten als Voraussetzung zur Vergebung ihrer Sünden auferlegten. Einer dieser Päpste hielt sich sogar ein Heer und zettelte Kriege an. Solche Missstände riefen letztlich Martin Luther auf den Plan, der im Rahmen der Reformation die Kirche wieder auf den Weg der Tugend, die er in der strikten Anwendung der Bibel sah, zu führen gedachte. Mit der Gegenreformation als Reaktion darauf besann sich in der Folge auch Rom wieder auf einen tugendhafteren Kurs.

Das grosse Schisma und die Reformation hatten also zu einer Zurechtstutzung und Verkleinerung des römischen Katholizismus geführt. Was durch die Gründung der altkatholischen Kirche, die das zuvor für die Päpste statuierte Unfehlbarkeitsdogma in gewissen Lehrmeinungen nicht mittragen mochte, noch akzentuiert wurde. Diese blieb allerdings danach eher eine Randerscheinung in wenigen Ländern.

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